30 spannende Minuten: Bahncardupdate und Nachtzugticket

Heute musste ich mir ein Bahn-Ticket am Schalter kaufen. An den Schalter musste ich, weil das neue, bunte und übersichtlichere Bahnportal das Buchen von Nachtzügen nicht mehr zulässt. Die Chance mal wieder mit einem Bahn-Schaltermenschen zu sprechen wollte ich gleich noch zum Update meiner Bahncard von 25 auf 50 nutzen. Also habe ich mich ins Auto geschwungen und bin nach Hannover an den Bahnhof gefahren. Irgendwie war das komisch. Erst wird im Parkhaus gleich am Fahrstuhl ein Parkplatz für mich frei und dann standen am Schalter keine Leute an und ich kam sofort dran. Das war kein typisches Bahnhofserlebnis ;-).

Der Wunsch meine Bahncard zu erweitern führte direkt zu einer Diskussion mit der Dame am Schalter. Erst wollte sie die alte Karte gleich einbehalten, dann konnte ich aus Kulanz nur 15 EUR für die Restlaufzeit bekommen, dann kam sie aus dem Konzept als mir das egal war. Letztendlich war sie besorgt, dass ich keine Online-Tickets mehr buchen könne, solange die neue Karte nicht da sei. Aber die 15 EUR … ist das Buchen der Tickets 15 EUR wert? Ich wollte die 15 EUR ja gar nicht. Das war ihr aber wiederum egal. Wir einigten uns, die Karte fristgerecht zu kündigen und mir wieder mitzugeben. Allerdings verliere ich damit 15 EUR … Weiß ich jetzt und ist mir immer noch egal. Hauptsache ich kann Tickets im Internet buchen.

Hinter mir stellte sich eine Familie an …

Wir füllten das Formular zum Update der Karte aus und mir wurde eine Versicherung für 16 EUR offeriert. Vorteil: Falls ich meine Bahncard verliere, muss ich keine 15 EUR für eine neue bezahlen. Das würde sich lohnen, wenn man plant seine Karte zweimal oder öfters im Jahr zu verlieren. Ich habe mir dann die Bedingungen der Versicherung selbst mal durchgelesen und sie trotzdem mitgebucht. Das mir die Bahn Hotel und Taxi bei Verspätungen zahlt, hat mir die Kollegin so nicht gesagt. Außerdem übernimmt die Bahn mit der Versicherung Such-, Rettungs- und Bergungskosten in Höhe von bis zu 5.000 EUR. Falls ich mal wieder einen niederländischen Fahrplan lesen muss, kann meine Familie einige Tage später also guten Gewissens zum Sucheinsatz blasen ;-).

Hinter der Familie stellte sich eine Dame an …

Jetzt brauchte ich ja noch ein Nachtzugticket. Wir überflogen die Verbindungen und entschieden uns. Single-Abteile werden aber nur mit der Bahncard 1. Klasse günstiger. Überraschte mich, aber ich vertraute auf die Kompetenz zumal mir ein Beispiel mit Einsparungen in Höhe von fast 100 EUR anhand meines Zuges präsentiert wurde. Also entscheid ich mich für die Bahncard 1. Klasse. Dies hatte zur Folge, dass das alte Formular vernichtet und ein neues ausgefüllt werden musste. Die 15 EUR Restwert der alten Bahncard konnte ich mit der schon bekannten Begründung noch immer nicht erhalten, das wollte ich aber auch immer noch nicht. Die Versicherung kostete jetzt 28 EUR, was mich nicht störte. Trotzdem wurden mir die Vorteile erneut präsentiert. Es war ein bisschen wie bei einer CD die man einen Track zurückspringen lässt.

Hinter der Dame stellte sich ein Herr an, die Familie gab unterdessen auf und ging zum Automaten …

Ich unterschrieb das neue Formular und jetzt auch noch ein Kündigungsschreiben für die alte Bahncard. Das hatten wir vorher vergessen. Die 15 EUR konnte ich jetzt auch entgültig vergessen, aber das war mir ja schon klar und störte mich auch nicht. Der Nachtzug war schnell wiedergefunden. Ich wollte wie immer ein einfaches Single-Abteil ohne eigene Dusche und eigenes WC. Es sollte jetzt bitte einfach schnell gehen. Mir gegenüber wurde es aber plötzlich ruhig. Die Bahncard 1. Klasse hilft halt insbesondere bei den Abteilen mit eigener Dusche und eigenem WC. Jetzt fühlte sich die Dame bissel blöd, weil ich ja trotz ihrer Aufwände mit der größeren Bahncard keinen Vorteil mehr hatte. Ich zeigte aus Zeitgründen auch dafür Verständnis und bat um nochmalige Nennung des Preises für die teuren Abteile. Der nächste Nachteil folgte: Diese Abteile fahren in diesem Nachtzug nicht mit. Wenn ich also duschen will, dann muss ich woanders hinfahren. Das wollte ich aber nicht und im Zug duschen will ich eigentlich auch nicht …

Man lernt: Beratung mit vielen neuen Optionen macht Geschäfte unvorteilhafter. Leute die sich wegen 15 EUR Verlust schlecht fühlen und viel ungewünschtes Mitgefühl dafür ausdrücken, vertun sich später bei deutlich dreistelligen Posten. Es gilt die Regel „Aller guten Dinge sind 3“: Guter Parkplatz, keine Schlange am Schalter, aber bei der Beratung ist es dann passiert.

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