Liebe Hannoversche Volksbank!

Zerstörter Geldautomat bei der VolksbankIch kann mir gut vorstellen, dass Euch dieses Bild geschockt hat. In Eurer Siegener Filiale hat jemand einen Geldautomaten gesprengt. Eure Automaten lassen aber auch manchmal den geheimen Wunsch nach Sprengung aufkeimen. Das kommt davon, wenn man beim Betreten der Filiale von Geldauszahlungsautomaten, Geldeinzahlungsautomaten, Geldstückrollautomaten, Kontoauszugsdruckern, Überweisungsautomaten und weiteren bösen Maschinen umzingelt wird. Der menschliche Kontakt reduziert sich dabei nicht selten auf einen kleinen Verweis auf eine Hotline-Nummer zwischen all diesen automatischen Kameraden …. und hinter dieser versteckt sich dann nicht selten ein Anrufbeantwortungsautomat.

Aber okay: Ich will nicht unfair sein. Ich bin Euch ja auch dankbar für diese vollautomatische Rund-um-die-Uhr-Bedienung. Bei meinen Arbeitszeiten könnte ich sonst so manche Aktion gar nicht durchführen. Etwas obskur ist es aber manchmal trotzdem, was mir so in Eurem Roboter-Dschungel passiert.

Ihr habt zum Beispiel Geldautomaten, die den Mehr-Banken-Mensch zum ständigen Mitdenken anregen. Wo auch immer man eine Geldkarte einstecken kann muss das Logo der Bank oben sein. Nur nicht bei Euch. Jedesmal muss ich 2x Denken, bevor ich eine Bankkarte in Eure Geldautomaten stecke. Das macht Ihr aber gewiß nur so, um mich geistig fit zu halten. Aus diesem Grund hat mir Eure R+V-Versicherung ja schonmal ein elektronisches Sudoku geschenkt.

Eure Geldeinzahlungsgeräte beherbergen Touch-Screens, die Besitzer digitaler Bilderrahmen neidisch werden lassen. Ich musste schon genau hinsehen um zu verstehen, dass das kein aufklebter Zettel ist. Bei Euren Menüs habt Ihr euch richtig Mühe gegeben. Sie sind recht intuitiv zu bedienen – bekommt bestimmt auch ein weniger digitaler Single-Bank-Mensch hin. Allerdings ist die Tüte, in die man das Geld einfüllen soll, der Hohn. Wird einem im Menü noch erklärt, dass man einen Touchscreen durch Anfassen des Bildschirmes mit der Kuppe des linken oder rechten Zeigefingers bedient, so wird man hier mit den simplen Schritten eins und zwei komplett überfordert: Angeblich ist eine transparente Schutzfolie von einer blauen Klebefläche zu entfernen (was die Tüte kaputt macht) und der Tüteninhalt (der nicht da ist) als Einzahlungsbeleg auszufüllen.Das bringt den gemeinen Knobler zum Verzweifeln …

Ich dachte, meine Tüte hätte einen Fehler und habe Eurem Automaten noch eine weitere Tüte entlocken wollen. Dabei habe ich wohl meine Karte falsch herum eingesteckt. Da fühlte sich ein Automat der Mehr-Banken-Menschen wie mich zum Mitdenken anregen wollte aber gekitzelt! Er hat einfach kommentarlos meine Karte einbehalten. Super.

Es war natürlich Samstag 14:00 Uhr. Also habe ich die kleine, ausgehangene Hotline-Nummer angerufen. Bei Automatenfehlern soll man da die 2 drücken, den Anrufbeantworter besprechen und auf Rückruf warten. Nach 24 Stunden habe ich das noch einmal gemacht und meiner Rückruf bitte mit der Erklärung meines Bedarfs an zeitkritischen Online-Überweisungen eine gewisse Dringlichkeit gegeben – natürlich wieder beim Anrufbeantworter, es war ja Sonntag.

Nach weiteren 24 Stunden hatte ich noch immer keinen Rückruf. Obwohl mittlerweile Montag war. Also habe ich die Nummer nochmals gewählt. Nach nur 16.5 Minuten Düdelidüüü-Dü-Dü-DüdelidüüKRCHZZZzzzzzzz ————- Düdelidüüü …. hatte ich eine nette Dame am Telefon. Die bestritt die Existenz eines Anrufbeantworters wehemend. Aber sie nahm sich sofort meinem Problem an.

Jetzt, liebe Volksbank, kommt etwas, was ich überhaupt nicht verstehe: Ich müsse mich an meine Ansprechpartnerin in der Filiale wenden, meinte sie. Anders gänge das nicht. Die war aber krank. Nach kurzer interner Rücksprache mit ihrer Kollegin sollte ich mich an den Kassierer in der Filiale wenden, anders gänge das nicht. Ich muss dazu auch persönlich vorsprechen oder jemanden mit handgeschriebener Vollmacht schicken, alles andere wäre der Bank zu riskant. Als ich am nächsten Morgen in der Bank beim Kassierer war schickte der mich zu seiner Kollegin am Schalter. Er gibt ihr nämlich immer die Karten. Als ich bei der Kollegin war sagte sie mir, dass die Karte schon heute per Post bei mir ankäme, die Bank verschickt diese Karten nämlich immer per Post.

Jetzt bin ich wieder der Dumme: 3 Überweisungen zu spät angewiesen, zwei Arbeitsstunden verloren und – davon gehe ich mal aus – auch noch das Porto für den Brief. Und das alles nur, weil ein Automat seinen Spaß haben wollte :-(.

Automaten, Automaten, Automaten, ...

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