Geheimnisvolle Gräber im Wald von Gehrden

Im Mai 2014 waren wir noch recht neu in unserem Hobby „Geocaching“ unterwegs. Ich hatte immer mal von Lost Places gelesen, wollte nun aber auch mal aktiv einen besuchen. So fanden wir die Geheimnisvollen Friedhöfe [1] von Gehrden. Mehr als zwei Jahre später nun verschlug es mich endlich mal wieder hierher, diesmal um nichts weiter mitzunehmen außer ein paar Bildern und nichts zu hinterlassen außer Fußspuren ;-).

An diesem Spätsommertag war fast alles perfekt, ich hätte lediglich etwas später, bei tieferstehender Sonne, bessere Bilder schießen können. So verlassen ist der Ort gar nicht. Während ich fotografierte kam ein Vater mit zwei Kindern vorbei und sie tobten kurz um die Ruine. Es ist ein schöner Platz, abgelegen und doch nicht ausgestorben. Ich denke, dass ich nicht zum letzten Mal hier gewesen sein werde.

Privatfriedhof der Familie von Reden

Die von Redens sind ein altes, niedersächsisches Adelsgeschlecht [2]. Eine dessen beiden Hauptlinien war die der Franzburg, welche anstelle einer mittelalterlichen Befestigung eher so als Gutshaus in Gehrden erbaut wurde. Die Franzburg selbst musste zwar schon vor Jahrzehnten abgerissen werden, doch übrig ist noch eine Parkanlage mit einer Allee. Denkt man sich eine Fortführung der Allee über die heute dort stehenden Häuser hinweg bis zum nahe gelegenen Hang des Köthnerberges, so findet man schnell einen Waldfriedhof [3]. Der wurde laut Quelle 1872, der Inschrift im Stein nach jedoch 1865-1875, von Otto und Auguste von Reden erbaut.

Der Friedhof erinnert etwas an ein Kloster oder einen verlassenen Kirchengarten. Eine angedeutete Turmruine, Mauerreste und mit Moos überzogene Steine lassen das Gelände etwas mystisch erscheinen. Gleich zu Beginn durchschreitet man einen Steinbogen und steht zwischen zwei beschrifteten Steinplatten. Dies seien gut erhaltene Leichenplatten aus dem 15. Jahrhundert, ist in der Quelle nachzulesen. Oberhalb des Friedhofes befindet sich eine kleine Steingrotte. Was genau hier geschah konnte ich nirgends nachlesen.

Jüdischer Friedhof

Läuft man durch den schönen Wald und hält sich doch immer nah am Rande der Ortschaft, so trifft man schnell auf den Jüdischen Friedhof. Das letzte Begräbnis fand hier wohl 1935 statt. Heute wird er mit seinen 73 Grabsteinen als geschütztes Kulturdenkmal gepflegt [4].

[1] https://www.geocaching.com/geocache/GC17R0Z
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Reden_(Adelsgeschlecht)
[3] http://gehrdener-ansichten.de/franzburg/
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Gehrden)

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