Festplatte mit MBR kopieren

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 Linux & Co. / Posted 2 Jahren ago / 498 views

Der MBR ist der Master-Bootrecord, also der Ort auf einer Festplatte in dem definiert wird, wo das Betriebssystem zu finden ist. Wenn die hier beschriebene Situation eintritt, dann möchte man womöglich sein System schnell auf eine andere Festplatte retten. Dies sollte ganz gut funktionieren, so lange die defekten Sektoren nicht auf der Boot- oder Root-Partition liegen.

1. Boot-Sektor kopieren

Der Boot-Sektor ist 512 Bytes groß, ganz am Anfang der Festplatte zu finden und unterteilt in 446 Bytes Bootstrap, 64 Bytes Partitionstabelle und 2 Bytes Signatur. Ausgelesen wird er mittels …

dd if=/dev/sdX of=boot.copy bs=512 count=1

… wobei das ‚X‚ die Festplatte definiert (meist ‚a‘). Ist die neue Festplatte genau so groß wie die alte und bleibt die Partitionierung so wie sie ist, kann man mittels …

dd if=boot.copy of=/dev/sdY bs=512 count=1

… den gesamten Record inkl. Partitionstabelle auf die neue Festplatte ‚Y‚ schreiben. In jedem anderen Fall wird per ‚cfdisk /dev/sdY‚ eine neue Partitionstabelle angelegt (Root- und Bootpartition sollten dieselbe Nummer und Anzahl an Sektoren haben) und danach lediglich der Bootstrap geschrieben:

dd if=boot.copy of=/dev/sdY bs=446 count=1

2. Gesunde Partitionen kopieren

Das Kopieren der einzelnen Partitionen ist straight forward:

dd if=/dev/sdXa of=/dev/sdYb

Dabei ist ‚X‚ die alte Festplatte mit der Partition ‚a‚ und ‚Y‚ neue neue Festplatte mit der Partition ‚b‚. Nun ist dieser Prozess recht laaaaaaaaangatmig und verrät zudem noch nicht einmal, wie lange man noch warten muss. Abhilfe schafft das Kommando …

killall -USR1 dd

… welches den USR1-Befehl an das laufende ‚dd‚ sendet und dieses motiviert auszugeben, wie weit es denn fortgeschritten ist.

3. Andere Daten übernehmen

Unter Umständen möchte man Partitionen verschlüsseln oder soweit es geht die Daten kaputter Partitionen übernehmen. Dies macht man am besten per ‚rsync -aP /Quelle/ /Ziel/‚.

4. Wenn der Start nicht klappt …

… ist vermutlich beim Schritt 1 was schief gegangen. Dann hilft es, mit einem Boot-Medium eine Reperatur-Instanz zu starten (z.B. Ubuntu live) und von da aus den Boot-Record neu zu bauen. Dazu geht man wie folgt vor:

# Root-Partition einbinden
sudo mount /dev/sdXa /mnt

# Boot-Partition einbinden
sudo mount /dev/sdXb /mnt/boot

# Wechsel in chroot vorbereiten und durchführen
sudo mount -o bind /dev /mnt/dev
sudo mount -o bind /sys /mnt/sys
sudo mount -t proc /proc /mnt/proc
sudo cp /proc/mounts /mnt/etc/mtab
sudo chroot /mnt /bin/bash

# Grub neu einrichten (ohne sudo)
grub-install /dev/sdX
grub-install –recheck /dev/sdX
update-grub

Quelle: http://www.cyberciti.biz/faq/howto-copy-mbr/
Quelle: https://wiki.ubuntuusers.de/GRUB_2/Reparatur/
Bild: https://pixabay.com/en/hard-disk-a-hard-disk-drive-1071669/

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