Gekappte Gleise in Hombourg / Belgien

Folgt man der Rue de la Station im belgischen Hombourg, so sieht man zwischen beiden Enden der Straße keine „Station“, keinen Bahnhof. Weiß man aber Bescheid oder ist man ein Geocacher, so eröffnet sich wenige Meter jenseits der Straße ein spannendes Paradies für Fotografen und Bahnfans.

Schon seit geraumer Zeit habe ich den hiesigen Geocache „Lost Station“ auf meiner todo-Liste. Nun endlich führte mich ein Kundentermin nach Aachen und ich war auch noch mit dem Auto unterwegs – Ideale Bedingungen, um einen kurzen Abstecher zu diesem lang ersehnten Lost Place machen. Da Arbeit jedoch (in diesem Fall: leider) vorgeht, konnte ich erst recht spät losfahren. Am Dreiländerpunkt bin ich dann noch einmal falsch abgebogen und erreichte mein Ziel schlussendlich erst mit Einbruch der Dunkelheit …

Als ich mein Auto parkte kam mir der vermutliche Besitzer des Geländes und geneigte Eisenbahnwaggonsammler entgegen. In einem kurzen, freundlichen Gespräch äußerte er seinen Unglauben darüber, dass Fotos um diese Zeit noch glücken könnten. Aber ich denke, die Resultate sind ganz passabel geworden.

Update 3. Oktober 2016

Im Anschluss an einen zweiten Besuch im Agnus Dei war ich auch noch einmal hier. Natürlich wieder kurz vor Einbruch der Dunkelheit ;-). Aber diesmal mit einem besseren Objektiv und einem besseren Stativ und mehr Wissen. „Ahhhh, Fotos, Fotos“, sprach mich diesmal ein anderer, alter Herr an, als ich gerade mein Stativ in einer geöffneten Lok zurecht rückte. Ob ihm die Züge hier gehörten, fragte ich ihn. „Nein, nein. Aber ich kenn‘ ihn wohl, den der das hier sammelt. Oder ausstellt. Oder wie auch immer.“, war seine Antwort.

Wir unterhielten uns kurz. Soweit ich es verstand, plante der Besitzer wohl eine Eisenbahnausstellung zu eröffnen mit Rundfahrten. Dafür erhielt er aber wohl, so sagte der Herr den ich traf, keine Genehmigung. „Nun sind sogar die Gleise weg“, erzählte er. Mit einem leisen Lachen ging er dann seiner Wege. Verrückt. Wie so oft, wenn ich Leute auf Lost Places treffe.

Aber eines war tatsächlich so: Kurz hinter den geparkten Loks hörten die Gleise auf. Ich frage mich, ob zumindest ein Teil dieser Züge aus dem Gare de Montzen stammt. Der ist ja gleich um die Ecke.

Sammung alter Lokomotiven und Bahnen
Sammung alter Lokomotiven und Bahnen
Sammung alter Lokomotiven und Bahnen
Sammung alter Lokomotiven und Bahnen
Sammung alter Lokomotiven und Bahnen

2 thoughts on “Gekappte Gleise in Hombourg / Belgien”

  1. Hallo Andreas,

    ich bin gerade zufällig auf diesen Artikel gestoßen und kann ein wenig Auskunft geben. Die Fahrzeuge gehörten ursprünglich Walter Ley. Dieser hat 1986 den Bahnhof Hombourg, zusätzliche Waggons und Lokomotiven angeschafft und das verbliebene Stück der Linie 38 in Richtung Montzen instand gesetzt. Dort fuhr er auch anfangs mit einem restaurierten Schienenbus. Da es aber immer wieder bezüglich der Trasse zu Rechtsstreitigkeiten zwischen ihm, der Gemeinde Plombieres und der SNCB kam, schenkte er 2009 die Fahrzeuge dem damals gegründeten Verein CF3F, um die Fahrzeuge im Fall eines verlorenen Rechtsstreites nicht verliert. Er selbst zog sich danach aus seinen Projekt zurück. Seitdem versucht der CF3F um den Vorsitzenden Jean-Marie Cormann dieses Projetk fortzuführen. Allerdings auch ihr im Rechtskampf gegen Gemeinde und SNCB. Die Gemeinde möchte lieber einen Radweg auf der Trasse bauen und die SNCB hat nie eine Betriebserlaubnis für die Strecke erteilt, was den Verein aber nicht von Rangierarbeiten (also langsamen Fahrbetrieb ohne Passagiere abhält), weshalb die Gemeinde die Gleise im Jahr 2014 entfernen lies. Da dies aber auch rechtswidrig war, hängt man aktuell wieder in einem Verfahren. Die Vision des Vereins war ursprünglich, einen Teil der Fahrzeuge aufzuarbeiten und in einen Museumszug einzureihen, mit dem sie von Hombourg nach Raeren (und vielleicht auch Walheim) fahren können um so die beiden größten Ravell-Wege zu verbinden (Vennbahn und L38). Prinzipiell auch keine schlechte Idee. Eigentlich ging es der Gemeinde auch nur um ein kleines Stück, nämlich bis zur Brücke. Dies wollte der Verein allerdings nicht und so konnte man sich bis heute nicht einigen.

    Viele Grüße!
    Tim Guebbas

    Ps. Ich setze hier mal den Link zur Vision auf der Homepage des CF3F ein
    http://cf3fhombourg.be/allemand/historie/index.html

    1. Moin Tim,

      Danke Dir für die Infos. Die Website geht aber nur ein bisschen ;-).

      Viele Grüße,

      Andreas

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